USA Roadtrip – von San Francisco bis ins Death Valley

USA Roadtrip Golden Gate - pijona

Nach einigen Jahren Urlauben und Reisen in Europa, war es mal wieder Zeit für Nordamerika. Pia und Jonas auf einem Roadtrip durch den wilden Westen der USA  – fantastische Idee. Monatelang wurde recherchiert und geplant, dann stand der Sommer vor der Tür. Startpunkt unseres USA Roadtrip sollte San Francisco sein. Nach über vierzehn Stunden sind wir dann auch endlich dort angekommen. Raus aus dem Flieger, ab durch die Zollkontrolle und los geht unser Abenteuer. Klingt etwas fix, in Wirklichkeit hat uns die Zollkontrolle sicher nochmal eine Stunde gekostet.

USA Roadtrip pijona

San Francisco in 3 Tagen

Unser Unterschlupf in Downtown San Francisco ist das San Remo Hotel. Gemütlich ist es, vielleicht auch skurril, definitiv aber historisch, jedenfalls nach US-Maßstäben. Fußläufig liegt der Touristenmagnet Fisherman’s Wharf mit kleinen Souvenierläden und Restaurants direkt am Ufer der San Francisco Bay. Genau dorthin zieht es uns dann auch zunächst… und zu den Cable Cars, zum Powell-Hyde Cable Car Turntable, einem der Punkte von dem die legendären Straßenbahnen starten. Alle paar Minuten kommen hier Straßenbahnen an, werden auf einer kleinen Wendeplatte mit purer Muskelkraft um 180° gedreht, um dann direkt in die entgegengesetzte Richtung wieder aufzubrechen. Wir haben viel Zeit, uns dieses Treiben anzuschauen, denn unter 45 min Anstehen, kommt hier kein Tourist auf seine Kosten. Die Fahrt entschädigt dann aber allemal für die Warterei. Hautnah konnten wir so die steilen Straßen von San Francisco erleben.

San Remo Hotel San Francisco - pijona

Alcatraz und Golden Gate Bridge

Tag 2 in San Francisco beginnt mit Obst, French Toast und Earl Grey im Café Francisco. Super lecker und eine gute Vorbereitung für den folgenden, ereignisreichen Tag. Der startet bereits um 9 Uhr, mit einer Tour nach Alcatraz Island, der ehemaligen Gefängnisinsel. Auf der idyllisch gelegenen Insel, stehen die verblüffend schöne Vegetation und eine beklemmende Stimmung in den Zellenblöcken in krassem Gegensatz zueinander. Im Preis inbegriffen ist eine Audio-Guide-Tour durch das ehemalige Zuhause von Schwerverbrechern wie Al Capone und „Birdman“ Robert Stroud. Diese bringt uns dem damaligen Alltag im Gefängnis erstaunlich nahe. Gänsehaut inklusive. Dies wird sicher einer der Höhepunkte unserer Reise werden.

Im Vorfeld unserer Reise, habe wir immer wieder von Freunden gehört, dass diese die Insel nicht besuchen konnten. Das liegt schlicht daran, dass es ohne eine Reservierung (am besten über eine Woche im Voraus) brutal schwer ist einen Platz auf der Fähre zu bekommen. Der Andrang ist mächtig!

Alcatraz Island Ferry - pijona

Alcatraz Island - pijona

Alcatraz Wash - pijona

San Francisco Streets - pijona

Auf Alcatraz Island lässt es sich wirklich aushalten. Wir müssen jedoch zurück aufs Festland, zurück in die Stadt, denn es steht noch einiges auf dem Programm. Fußläufig ist der Pier 39 zu erreichen. Hier ist eine Seelöwenkolonie beheimatet. Gesehen haben wir maximal 30 Stück, im Winter können es aber bis zu 900 werden. Was auch immer die Seelöwen dazu bewogen hat, diesen Ort zu ihrem Zuhause zu erklären, ist uns schleierhaft. Die Touristenmassen, welche sich auch hier drängen, sind es vermutlich nicht.

Nicht zu Fuß zu erreichen ist die Golden Gate Bridge. Deshalb mieten wir uns Fahrräder. Statt Roadtrip also erstmal Radtrip. Die Tour führt uns bis zum Vista Point, auf der Nordseite der Brücke, und zurück. Die Strecke kann man sicher in unter zwei Stunden schaffen, wir trödeln jedoch etwas… Liegt hauptsächlich an Battery Spencer. Dieser Aussichtspunkt ist einen kurzen Fußmarsch vom Vista Point entfernt und bietet einen spektakulären Blick auf die Brücke. So kehren wir erst nach über drei Stunden zum Fisherman´s Wharf zurück.

Tagesausflug – auf dem Highway 1 nach Santa Cruz

Am 3. Tag holen wir unseren Mietwagen ab und nutzen den fahrbaren Untersatz gleich für einen Ausflug. An der Pazifikküste entlang, geht´s auf dem legendären Highway 1, Richtung Süden. Das Wetter ist erst neblig verhalten, zum Mittag aber reißt der Himmel auf und wir genießen traumhafte Ausblicke auf Klippen, Strände und den Pazifik. Sicher eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. In Santa Cruz drehen wir bereits um. Die übrigen Küstenkilometer Richtung Los Angeles und San Diego, müssen wir dann wohl bei einem weiteren Roadtrip zurücklegen.

Für den Rückweg stehen nochmal drei San Francisco Höhepunkte auf unserer Liste. Erstens die Twin Peaks, zweitens die Painted Ladies am Alamo Square und drittens die Lombard Street. Die Twin Peaks bieten eine spektakuläre 360° Aussicht auf die Stadt. Es wird wärmstens empfohlen Hüte im Fahrzeug zu lassen, denn es ist windig wie am Nordseestrand. Die Painted Ladies und der Alamo Square sind mir aus der TV-Serie Full House bestens bekannt, da dort im Vorspann zu sehen. Schöne Häuserzeile und ebenso schöne Sicht auf Downtown im Hintergrund. Die Lombard Street ist bekannt als die weltweit kurvenreichste Straße. Mit dem Auto runterfahren ist unbezahlbar, jedoch nur empfehlenswert für alle die gerne auf unzähligen Urlaubsbildern und Videos zu sehen sein möchten.

USA Roadtrip beginnt: von San Francisco zum Lake Tahoe

Heute, an Tag 4, ist der Beginn unseres eigentlichen USA Roadtrips. Fazit zur San Francisco: 3 Tage sind viel viel viel zu wenig. Dennoch verlassen wir San Francisco und machen uns auf den Weg zum gut dreihundert Kilometer entfernten Lake Tahoe. Da bei einer Autofahrt über dreieinhalb Stunden unbedingt eine ausreichende Pause erfolgen sollte, entscheiden wir uns für einen etwas längeren Stopp im Vacaville Premium Outlet Center. Mit vollen Taschen und glühenden Kreditkarten, kommen wir erst spät im Motel am Lake Tahoe an. Kein Problem, wir sind sowieso total müde, da kommt ein bequemes Bett gerade recht.

Auf erholsamen Schlaf folgt, am nächsten Morgen, Frühsport. Kajak auf dem Lake Tahoe. Danach noch ein paar Minuten Sonne und Panorama am Strand genießen, bevor es auf eine weitere lange Autofahrt nach Coulterville und Yosemite Nationalpark geht.

Radfahren und Wandern im Yosemite Nationalpark

Unser Ziel, der Aufenthalt in der Gold Country Lodge, vor den Toren des winzigen Coulterville, war nicht geplant. Schuld daran ist der, nach wie vor eingeschneite, Tioga Pass im Yosemite Nationalpark. Kein Problem, wir sind ja flexibel. Ein eingeschneiter, gesperrter Pass hält uns noch lange nicht auf. Als kleine Randnotiz sei folgendes gesagt: letzten Endes wurde der Tioga Pass erst 11 Tage später, am 29. Juni, für den Verkehr geöffnet. Da sollten wir aber längst drei Bundesstaaten weiter sein. Ungewöhnliches Pech, da der Pass zuletzt 1998 so spät noch geschlossen war. Dieses Pech wurde dann in den nächsten zwei Tagen zu unserem Glück, denn durch die Umbuchung von June Lake nach Coulterville waren wir ein gutes Stück näher am Yosemite Valley dran, dem Herzstück des Parks. Wenn ihr früh genug dran seid und es euch leisten könnt bzw. wollt, dann könnt ihr euch natürlich auch direkt im Valley einbuchen. Dann ist auch die Parkplatzsuche kein Problem…

Ganze zwei Tage haben wir uns für den Yosemite Nationalpark reserviert. Bei kleinen Wanderungen und einer Radtour haben wir das Valley erkundet. Hier gilt: der Weg ist das Ziel. Es gibt viel zu entdecken. Besonderen gefallen haben uns die Yosemite Falls und die Vernal Falls. Weniger spektakulär war der Mirror Lake, anders als der Name vermuten lässt. Aber seht selbst und belehrt uns eines besseren. Wer im Valley wandert, bewegt sich verständlicherweise am Fuß der Berge. Für die schönsten Panoramen müssen wir das schöne Tal verlassen und einige Meter an Höhe gewinnen. Dazu fahren wir (mit dem Auto) zum Tunnel View. Fast ein bisschen hektisch hier. Jeder will sein perfektes Foto. Möglichst alle Kombinationen. Mama und Papa, Oma und Opa, Mama und Oma, Papa und Opa, und nochmal alle zusammen. Wir machen auch brav unser Bild und sitzen schon wieder im Auto gen Glacier Point. Leider sitzen wir da nicht lange, bald schon rollen wir auf einen Parkplatz auf halber Strecke. Wir müssen in einen Bus umsteigen. Die Parkplätze am Glacier Point sind begrenzt und überfüllt. Der Bus übrigens nicht weniger. Der Glacier Point entschädigt jedoch hundertmal für die Strapazen. Atemberaubend!

 

Yosemite’s good to know:

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  • Parkplätze sind rar, deshalb besser früh da sein. Es verkehren Shuttlebusse im Park, alles ist gut erreichbar.
  • Fahrrad fahren ist eine angenehme Abwechslung zum Wandern oder Spazieren. Am Pool der Yosemite Lodge gibt es welche zu leihen.
  • Bei der Einfahrt in den Park (wie in alle Nationalparks) muss man bezahlen oder einen Anual bzw. Interagency Pass vorlegen. Infomaterial gibt es dann vom Parkranger direkt retour.

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Höhepunkte am Rand des Highway 99

Der 8. Tag unserer Reise hält eine Strecke für uns bereit, die sicherlich selten den Weg in die Routenplanung findet. Bei uns auch nicht geplant. Tioga-Pass-Sperrung sei Dank. Zielpunkt des Tages ist das unspektakuläre Inyokern, unweit des berühmt-berüchtigten Death Valley. Die Autofahrt ist gähnend lange. Ganze fünf Stunden (mal mehr, mal weniger) geradeaus. Pausen sind wie bereits gesagt oberste Pflicht. Unsere Erste ist in Kingsburg. Blickfang ist der Kingsburger Wasserturm in Form einer Teekanne. Noch auffälliger ist jedoch, dass die Straßen feierlich mit blau-gelben Fahnen geschmückt sind und die Hauptstraße von vorne bis hinten mit  schwedische Volksmusik (zumindest vermuten wir dies) beschallt wird. Eine schwedische Enklave, mitten in Kalifornien. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Ein paar Fahrtminuten weiter liegt Traver. Dort besuchen wir die Bravo Farms. Vordergründig ein Souvenir/Lebensmittel-Laden mit angeschlossenem Restaurant, befindet sich im weitverzweigten Innenhof und Garten ein Kinder-Spiele-Paradies. Auch wenn wir bereits aus diesem Alter raus sein sollten, lassen wir uns eine Exkursion ins siebenstöckige Baumhaus nicht entgehen. Der abschließende Burger ist nicht weniger überzeugend.

Hitze aushalten – nicht schwitzen – im Death Valley

In Inyokern ändert sich neben dem Landschaftsbild, von bisher saftig grün zu trocken braun, auch das Temperaturniveau nachhaltig. 44°C und mehr sind ab sofort unser ständiger Begleiter. Die Nacht ist entsprechend heiß und wir lernen erstmals mehr die Vorzüge von Klimaanlagen und Eiswürfeln zu schätzen.

Da die Top-Temperatur im Death Valley auf bis zu 52°C klettern soll, fahren wir am nächsten Morgen bereits früh los. Ändert jedoch nichts an der erbarmungslosen Hitze die dort herrscht. Länger als ein paar Minuten halten wir es nicht außerhalb des Autos aus. Macht aber auch nichts, viel müssen wir nicht zu Fuß erkunden. Nur die Mesquite Flat Sand Dunes stehen auf der To-Discover-Liste. Die Sanddünen unterscheiden sich deutlich von der sonst wüsten Steinlandschaft des Death Valley. Den Artists Drive können wir dann im Auto erforschen. Diese schmale Straße schlängelt sich auf neun Meilen durch eine Ansammlung farbenfroher Gesteinsformationen. Die roten, grünen und türkisen Farbtöne kommen laut Reiseführer durch die Reaktion verschiedener Metalle zustande. Artists Palette sticht dabei besonders heraus. Für uns definitiv ein Erlebnis.

Weiter ging es immer dem hellen Schein der Leuchtreklamen hinterher. Nächster Stopp Las Vegas. Fortsetzung folgt hier: USA Roadtrip – Las Vegas, Zion Nationalpark, Bryce Canyon, Grand Canyon und zurück.

Lasst uns wissen wie euch unser USA Roadtrip gefällt. Habt ihr den Westen der USA bereits bereist oder eine Reise geplant? Wir freuen uns über jegliches Feedback.

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