Städtereise nach Lissabon – unsere Highlights

Es ist nach 19 Uhr. Die Schlange der Wartenden ist jetzt deutlich kürzer als noch am Mittag, da hatte sie sich noch über den gesamten Gehweg vor dem Laden ergossen. So sind wir überhaupt erst darauf aufmerksam geworden. So läuft es doch immer. Lange Schlange suggeriert große Attraktion. Jetzt, wo sich der Tag dem Ende zuneigt, haben wir Glück und stehen nur wenige Minuten an. Dann, kurz darauf, sind wir schon wieder draußen in der wärmenden Abendsonne von Lissabon. Lange ist es nicht mehr hell. Eine kleine, blau-weiße Papiertüte in der Hand…

Einen Tag vorher ging er los, unser Städtetrip nach Lissabon.

Stuhl Lissabon - pijona

Fenster Belem Lissabon Aussicht pijona

Erste Meter – zu Fuß in Belém

Unsere kleine, gemütliche Ferienwohnung befindet sich im Stadtteil Belém. Auch wenn Belém nicht direkt im Herzen der portugiesischen Hauptstadt liegt, ist doch einiges geboten für uns hungrige Touristen. Número 1 ist das Mosteiro dos Jerónimos, zu deutsch Hieronymuskloster. Ein wirklich prächtiges Gemäuer und nebenbei auch noch Weltkulturerbe. Unser erstes und auch einziges Ziel an diesem ersten Tag soll aber der Torre de Belém sein. Wenn man so will, das Wahrzeichen von Lissabon. Von Pia auch liebevoll Türmle (schwäbisch für Türmchen) genannt. Das Türmle gibt es schon seit 1521, früher unüberwindbarer Wachturm an der Flussmündung, heute beliebtes Fotomotiv. So auch bei uns. Zu empfehlen übrigens auch bei Sonnenuntergang oder bei Nacht, dann nämlich festlich beleuchtet.

Auf diesen ersten Metern durch Belém fallen uns die vielen Kacheln mit unterschiedlichsten Farben und Motiven auf. Für die aufmerksamen Leser eines Reiseführers wäre gleich klar gewesen: „das sind die berühmten Azulejos“. Diese Wissenslücke haben wir schließlich am selben Abend geschlossen. Azulejo kommt aus dem arabischen und bedeutet übersetzt polierter Stein. Diese polierten Steine kann man in Lissabon so ziemlich überall finden und es gibt sogar noch zwei produzierende Manufakturen in der Stadt.

Baixa – im Herzen von Lissabon

Strahlender Sonnenschein empfängt uns am nächsten Tag auf dem Praça do Comércio. Nur ab und zu schiebt sich mal eine Wolke vor die Sonne. Hinter uns liegt der Tejo, vor uns Baixa, das innerste des inneren Zentrums von Lissabon. Gleich hinter dem Arco da Rua Augusta erstrecken sich, von Geschäften, Restaurants und Cafés gesäumte, Straßen bis zum Praça Rossio. Das eigentliche Highlight liegt auf dem Weg – der Elevador de Santa Justa. Ein Lift, welcher Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Optional kann man hier, Aufzug fahren, oder Aufzug fahren und dann noch auf die höher gelegene Aussichtsplattform steigen. Uns sparsamen Schwaben reicht natürlich die Aufzugfahrt und die damit erreichbare Zwischenplattform. Die Aussicht ist auch von hier schon super und entschädigt fürs Anstehen.

Praca do Comercial Lissabon - pijona

Der Charme kleiner Gässchen – unterwegs in Alfama

Eine weitere grandiose Aussicht auf die Stadt soll es vom Castelo de São Jorge geben. Um das zu überprüfen, fahren wir mit einer der kultigen Straßenbahnen in den Stadtteil Alfama. Das ist nicht weit, denn Alfama grenzt direkt an Baixa. Nur einmal kurz den Hügel rauf. Die Fahrt ist  kurz, macht Spaß und wider allen Reiseführern wurden wir nicht Opfer von Langfingern. Zurück zum Castelo de São Jorge, welches wir kurz drauf erreichen. Das Castelo besteht aus einer Vielzahl von perfekten Selfie-Spots mit Lissabon Panorama, einer Menge alter Steine und ein paar freilaufenden Pfauen. Noch besser gefallen haben uns da die vielen kleinen, verwinkelten Gassen von Alfama die wir im Anschluss erkunden. Ehemals Stadtzentrum, Rotlichtbezirk und Heimat der Ärmsten, zeigt Alfama heute eine sehr charmante Seite von Lissabon.

Die schönste Verbindung in den Süden – Ponte 25 de Abril

Was haben Lissabon und San Francisco gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Bis man die Brücke des 25. April (Ponte 25 de Abril) sieht. Ich dachte dabei gleich unwillkürlich an die Golden Gate Bridge. Auf den ersten Blick sehen sich beide Brücken ähnlich, im Detail fallen dann doch einige Unterschiede auf. Die Ponte de 25 Abril verbindet Lissabon mit dem, am südlichen Tejo Ufer liegenden, Almada. In diese Richtung überqueren wir Sie dann auch, an unserem letzten Tag, um die Stadt in Richtung Algarve zu verlassen. Davon aber ein andermal mehr. Jetzt gibt es erst noch ein paar Sätze zu Cristo Rei (von Almada) und dem Geheimnis der so stark nachgefragten, blau-weißen Papiertüte aus Belém.

Der Cristo Rei ist eine Statue von, wie könnte es anders sein, Christus. Diese steht südlich des Tejo, auf einer Anhöhe, mit geöffneten Armen in Richtung Lissabon. Der Blick von hier, auf die Ponte de 25 Abril und das dahinter liegende Lissabon ist königlich.

Jetzt endlich zum Inhalt unserer blau-weißen Papiertüte. Für was zum … nehmen Touristen so lange Warteschlangen in Kauf? Pastéis de Belém – die wohl beste Schlemmerei die Lissabon zu bieten hat, höchstwahrscheinlich auch ganz Portugal, ja vielleicht sogar der gesamte Globus. Das exakte Rezept ist seit über 180 Jahren streng geheim. Im Grunde ist es aber Eiersahnecreme in Blätterteig gebacken, die uns zu welchen Jubelstürmen verleitet. Bitte unbedingt probieren!

Ponte 25 de Abril - Brücke des 25. April

Es ist schwer aus all den Eindrücken, welche die Stadt bietet eine Liste der Highlights zu erstellen. Hier, nun finally, unsere scharf durchdachte Auswahl – 6 Tipps zu Lissabon:

6 Highlights in Lissabon pijona

Lasst uns wissen wie euch unser Trip nach Lissabon gefallen hat. Habt ihr auch Erfahrungen mit der portugiesischen Hauptstadt gemacht oder könnt uns Tipps für unseren nächsten Besuch geben? Wir freuen uns über eure Kommentare.

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