Vancouver Island Rundreise – Teil II

Long Beach im Pacific Rim National Park nähe von Tofino

Der erste Teil unserer Vancouver Island Rundreise führte uns von Victoria, über Nanaimo bis nach Campbell River. Den Bericht dazu findet ihr hier: Vancouver Island Rundreise – Teil I.

Sightseeing in und um Tofino

Unser nächstes Ziel heißt Tofino. Eberhard, bei dem wir die letzten Tage in Campbell River verbracht haben, bringt uns um 8 Uhr morgens zur Greyhound Station. Von dort geht es mit dem Bus weiter. Geschlagene 6 Stunden dauert die Fahrt. Empfangen werden wir in Tofino, wie sollte es anders sein, von andauerndem Regen. Der Bus hält nicht weit vom Hostel entfernt und wir gehen die letzten Meter zum Whalers on the Point zu Fuß.

Bereits wenige Minuten in der neuen Unterkunft reichen, um festzustellen, dass hier überwiegend Deutsch gesprochen wird. Da fühlt man sich doch gleich wie Zuhause. Da das Wetter den Tag über eher übellaunig bleibt, vertreiben wir uns die Zeit im Hostel. Halleluja, es gibt einen Kicker- und Billardtisch. Also wird gekickert was das Zeug hält. Abends weihen wir dann noch die Küche des Hostels ein und gehen später noch in den nächstgelegenen Pub, um das Lokal Bier zu testen.

Steine von Wasser umspült in Tofino

Tag 2 in Tofino heißt erstmal die nähere Umgebung erkunden. Tofino ist ein schönes, verschlafenes und zudem perfekt naturnah gelegenes Fleckchen. Der südlich gelegenen Long Beach, welcher im Pacific Rim National Park liegt, soll optimale Bedingungen für Surfen bieten. Der Fußmarsch dorthin erscheint uns jedoch etwas zu lange, 20 km plus. Daher nehmen wir erstmal mit dem Tonquin Beach vorlieb (der ist auch bei Sonnenuntergang ganz schön).

Radtour von Tofino zum Long Beach

Der Long Beach steht dann am nächsten Tag auf dem Programm. Eigentlich hatten wir geplant mit dem Bus zu fahren, im Hostel wurde uns jedoch geraten, Fahrräder zu mieten. Klingt soweit so gut. Bisschen Radeln zu einem Strand, kann ja nicht so anstregend sein. Praktischerweise liegen auf dem Weg zum Pacific Rim National Park, der MacKenzie Beach und Chesterman Beach. Die Stopps haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Endziel war Long Beach und ein paar schöne Waldwanderwege die durch den Pacific Rim National Park verlaufen. Es ergibt sich, dass wir an diesem Tag insgesamt 60 km radeln (überwiegend) und wandern. Erschwerend kommt eine hügelige Straße und ein Dreigang-Fahrrad dazu. Es wird zu weiteren Gängen geraten, im Optimalfall zu einem motorisierten Fahrzeug.

Long Beach im Pacific Rim Nationalpark

Blick ins Grüne beim Wandern

Tsunami Evakuation Schild in Tofino

Heute ist erster April. Wir frühstücken spät, dann geben wir die Fahrräder zurück und gehen einkaufen bzw. den Kopf schütteln über das Preisniveau der Lebensmittel. Gott ist Deutschland billig. Am Nachmittag bin ich mit der Planung der Stationen der Vancouver Island Rundreise beschäftigt. Ich werde auf Denman Island sein und danach meinen vier oder fünfwöchigen Aufenthalt in einem Guesthouse in Duncan starten.

Den Reisebericht aus Duncan gibt’s hier: Arbeiten um zu Reisen – work to stay die Erste Nach erledigter Recherche wird dann gekocht und das Highlight für den nächsten Tag gebucht. Wir melden uns für eine Bootstour zu den nahe-gelegenen Hot Springs an. Das ganze kostet uns 90 Dollar, das Geld ist aber gut angelegt, denn man soll Seelöwen, Adler, Otter und vielleicht sogar Wale sehen können.

Bootstour zu den Hot Springs Cove

Hot Springs stehen am nächsten Tag auf dem Programm. Um 11 Uhr ging’s los, auch mit dem Sightseeing. Beim ablegen schwimmt uns gleich mal ein Seelöwe hinterher. Bei der Hinfahrt gab’s dann noch weitere, der oben genannten, Tiere zu bestaunen. Noch mehr Seelöwen, gemütlich im Wasser treibende Otter und unzählige Adler.

Nach der Ankunft am Pier mussten wir noch ca. 30 min quer durch den Wald laufen bis die Hot Springs vor uns lagen. Diese „Mühe“ hat sich definitiv gelohnt. Die einzelnen Becken, in denen man im warmen Wasser liegen kann, sind recht klein, dennoch war es super entspannt und hat Laune gemacht. Insgesamt verbringen wir so zwei Stunden im heißen Wasser, dann geht’s auch schon zurück nach Tofino. Etwa 6 Stunden dauert das ganze Spektakel. Wale gab es leider keine zu sehen, wie gewohnt der Jahreszeit geschuldet. So früh im Jahr hängen die lieber in der Nähe von Hawaii rum.

Boottour zu den Hot Springs von Tofino aus

Otter schwimmt im Meer, gesehen bei einer Bootstour

Im heißen Wassser liegen - Hot Springs

Mexiko-Mütze des Bootsfahrers bei einer Tour zu den Hot Springs

Denman Island – kann verdammt einsam sein

Schweren Herzens verlassen wir das überaus lebenswerte Tofino am nächsten Tag. Für Jan (meinen Reisepartner) geht’s zurück nach Vancouver, ich werde mich auf den Weg nach Denman Island machen. Dort komme ich erst an als es bereits Abend ist. Ich lerne Sheldon kennen der das Hostel betreibt und Andrew den einzigen Gast der außer mir noch hier wohnt. Andrew ist Schotte, ursprünglich aus Glasgow, lebt seit 30 Jahren in Kanada, ist bereits nahe am Rentenalter und arbeitet für BC Ferries.

Wir sind also vorher auf der selben Fähre angekommen, er als Mechaniker, ich als Passagier. Wir verbringen nur kurze Zeit zusammen, dann zieht sich Andrew zurück. Sobald er weg ist, fühle ich mich verdammt einsam. Ich sitze auf der Terrasse vor dem Haus und schaue den Rehen zu, wie sie langsam über die Wiese vor dem Haus trotten.

Küche des Hostels auf Denman Island

Schlafraum im Hostel auf Denman Island

Der erste richtige Tag auf Denman Island beginnt. Da ich nur noch 2 Tage überleben muss, bis ich in Duncan meine Arbeit starte und mit Lebensmitteln versorgt werde, habe ich mich nicht großartig mit neuen Lebensmitteln eingedeckt. Frühstück besteht somit aus zwei Scheiben Toast und einem Stück Käse. Dazu etwas Wasser, perfekt.

Kurz darauf bin ich schon unterwegs, zu Fuß, Richtung Fillongley Park. Sheldon hatte mir den Strand empfohlen, dort solle es massenhaft Austern geben. Er hat definitiv nicht gelogen, ich finde Austern im Überfluss. Leider sind die meisten bereits geöffnet und glänzen mit Leere, aber ich finde zwei geschlossene und daher vermutlich essbare Exemplare. Dazu muss noch erwähnen, dass ich noch nie eine Auster probiert habe.

Weidentier beim Grasen auf Denman Island

Möwe im Flug auf Denman Island

Sonnenuntergang auf Denman Island

Hafen von Denman Island beim Sonnenuntergang

Auch getrampt bin ich noch nie. Das mache ich nun zum ersten Mal, zum Boyle Point. An der Spitze des Parks bietet sich ein schöner Blick auf den Leuchtturm, welcher auf einer kleinen Insel vor der Küste liegt. Auf dem Rückweg halte ich wieder den Daumen raus, die wohl beste Möglichkeit sich über die Insel zu bewegen, wenn man selbst keinen fahrbaren Untersatz hat. Abends gibt es wieder mal ein Beispiel für die kanadische Gastfreundschaft. Sheldon lädt mich ein, seine Frau Donna hat Geburtstag und feiert mit der Familie. Dort lerne ich viele nette Leute kennen. Besonders die Kids scheinen sich zu freuen, dass ich da bin. Die kleinen nötigen mich sogar die erste, rohe Auster meines Lebens zu schlürfen…

Abstecher nach Hornby Island

Richtig viel hat Denman Island nicht zu bieten, ich habe aber auch nicht viel Zeit. Bereits morgen geht es für mich zurück aufs „Festland“, nach Duncan. Hornby Island die Nachbarinsel möchte ich aber unbedingt noch besuchen. Da ich inzwischen auf den Geschmack gekommen bin, trampe ich wieder. Das geht deutlich schneller und entspannter als Laufen und kostet keinen Cent. Die Fährfahrt von Denman nach Hornby ist somit der einzige Kostenfaktor des Tages.

Auf Hornby Island leben noch weniger Menschen als auf Denman Island und alles wirkt auf mich sehr ausgestorben. Diese Ruhe und Menschenleere ist schön und zugleich freue ich mich, die Insel bald wieder verlassen zu dürfen. Der Tribune Bay Beach ist im Sommer vermutlich von Touristen bevölkert, jetzt ist er ebenfalls vollkommen ausgestorben. Ich finde ein Stück Treibholz mit Hängematten-Charakter und mache es mir bequem. Sogar die Sonne kommt mal durch. Perfekt. Zurück im Hostel gibt’s Abendessen und Bier auf der Terrasse.

Jonas von pijona.de am Tribune Bay Beach

Vogel sitzt auf Stein am Strand

Am nächsten Tag geht meine Vancouver Island Rundreise dann weiter nach Duncan. Schaut’s euch an: Arbeiten um zu Reisen – work to stay die Erste. Lasst mir aber auch gerne einen Kommentar zu Tofino, Denman Island und Hornby Island da.

Jonas_signature

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