Vancouver Island Rundreise – Teil I

Fährfahrt nach Vancouver Island von Vancouver nach Victoria

Punkt 7:30 Uhr klingelt der Wecker. Ich muss früh raus, unser Bus nach Victoria wartet nicht auf verspätete Backpacker. Heute beginnt meine Vancouver Island Rundreise. Begleitet werde ich die nächsten zwei bis drei Wochen von Jan. Er kommt ebenfalls aus Deutschland und wir haben in den letzten Tagen bereits etlich Vancouver-Pub-Besuche gemeinsam unternommen und unsere Tour ausgiebig besprochen. Mehr zu meinen ersten Tagen in Vancouver gibt’s hier: Vancouver – der Start meines Working Holiday Kanada.

Victoria – britisches Flair auf Vancouver Island

Wir brauchen gut drei-dreiviertel Stunden mit Bus und Fähre (sehr schöne Überfahrt übrigens), so kommen wir zur Mittagszeit in Victoria im Süden von Vancouver Island an. Deshalb erstmal zum Fastfood-Händler unseres Vertrauens, um den Magen zu füllen, erst dann geht’s weiter in die neue Heimat, das Ocean Island Hostel. Den Nachmittag verbringen wir später am schönen Hafen der kleinen Stadt, welche kurioserweise die Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia ist. Kurios deshalb, weil Vancouver von siebeneinhalb mal mehr Menschen Zuhause genannt wird. Besonders imposante Gebäude am Hafen von Victoria sind, das Faimont Empress Hotel und das Parliament Building (hat übrigens auch abends eine ganz nette Beleuchtung). Das alles wirkt merklich europäischer als Vancouver und die britische Architektur schimmert erkennbar durch. Am Abend planen wir schließlich, in der Lobby des Hostels, noch die nächsten Tage unserer Vancouver Island Rundreise.

The Empress Hotel in Victoria

Parlamentsgebäude in Victoria

South Park School, in Victoria

Zunächst geht es aber in Victoria weiter. Der Beacon Hill Park steht auf dem Programm des nächsten Tages, und weil es so viel Spaß macht und die Küste direkt dahinter liegt, machen wir uns auf, auf eine etwa 8 km lange Tour. Die Highlights dieses langgestreckten Spaziergangs sind viele nette Strandabschnitte und Fisherman’s Wharf. Der ein oder andere mag so etwas bereits gesehen haben. Ich nicht. Eine Siedlung voller schwimmender Häuser – irre! Wir schlendern über die Stege und staunen über die vielen, teils sehr kreativ gestalteten, im Wasser treibenden, Behausungen. Das Essen ist dann mindestens genauso irre, und auch wieder eine Premiere. Zum ersten Mal im Leben gibt es für uns Poutine. Man nehme Schweinefleisch, mache Pommes drüber und überbacke das ganze mit Käse. Yamm!

Beacon Hill Park, in Victoria

Schwimmende Häuser, Fishermans Wharf

Boot hinterm Haus, Fishermans Wharf

Kreative Hauswand, Fishermans Wharf

Gitarre spielen auf dem Mount Douglas in Victoria

Next Stop – Nanaimo

Am nächsten Morgen müssen wir etwas früher aufstehen, dann duschen, Sachen packen und raus aus dem Hostel. Unsere schweren Rucksäcke stellen wir dort unter, bis wir Abends mit Chris nach Nanaimo fahren können. Erstmal Frühstück bei Tim Hortons und dann geht’s zum Mount Douglas, dem höchsten Berg (oder eher Hügel…) der Region mit 260 Metern und einer guten Rundumsicht über Victoria und die Vororte. Die spätere Fahrt von Victoria nach Nanaimo, mit Chris, den wir über einen Aushang im Hostel gefunden haben, gibt’s gratis. Also schon mal wertvolles Backpacker-Geld für den Bus gespart.

Erst am nächsten Tag erkunden wir dann Nanaimo. Das dauert nicht wirklich lange und ist auch nicht so spektakulär, als das man es kommenden Besuchern besonders schön reden sollte. Jedoch hat auch dieser Ort die ein oder andere, einnehmende Ecke. Wir flanieren an der Hafenpromenade entlang Richtung Norden. Die Aussicht, auf die Bucht, die vorgelagerten kleinen Inseln und schneebedeckten Berggipfel in der Ferne, lässt sich aushalten. Im Sommer ist hier sicher einiger Trubel, jetzt im März ist es ruhig, nur wenige Spaziergänger begegnen uns. Richtig betrieb ist dagegen auf dem Fishing Pier (genauer Swy-A-Lana Lagoon Fishing Pier). Hier werden Krabbenkörbe versenkt und wieder an Land geholt. Krabben und „Kräbbchen“ aus den Körben gefischt und vermessen. Die meisten fliegen direkt zurück ins Meer…, zu klein.., Glück gehabt. Apropos Körbe, im Bowen Park kann man Disc-Golf (Frisbee-Golf) spielen. Schaut euch das Bild dazu an, dann wird’s klarer.

Innenstadt von Nanaimo mit Geschäften

Schiffe im Hafen von Nanaimo

Fishing Pier in Nanaimo mit Bergpanorama

In einem Hostel lernt man fast immer neue, interessante Menschen kennen. Neue Menschen bedeuten neue Namen, neue Namen vergesse ich manchmal. Also nennen wir diesen Typen, den wir heute kennen lernen, den Kanadier. Wir machen also einen Ausflug mit dem Kanadier, zum Nanaimo River, südlich der Stadt. An diesem reißenden Fluss wurde für die Twilight Saga gedreht. Man kann ihn förmlich spüren, den Geist von Edward und Bella!

Campbell River – die Lachs-Hauptstadt

Tag 16 in Kanada, aufwachen die zweite in Nanaimo. Nach dem Frühstück holt uns Eberhard direkt vor dem Hostel ab. Mit ihm hatte ich bereits von Deutschland aus Kontakt aufgenommen um ihn in Campbell River zu treffen. Glücklicherweise war er zur selben Zeit wie wir in Nanaimo und er konnte uns auf dem Rückweg mitnehmen. Außerdem hat er uns eingeladen für ein paar Tage bei Ihm zu wohnen. Das liegt zum einen an der unendlichen Gastfreundschaft der Kanadier, zum anderen ist er aber auch ein Freund unserer Nachbarn. Da wir die nächsten Tage mit Ihm und seiner Familie verbringen werden, möchte ich alle kurz vorstellen. Eberhard wohnt gemeinsam mit Nancy seiner Freundin, seinem Vater Fritz und “Mitten” der Katze in einem kleinen, gemütlichen Haus.

Nach dem Mittagessen muss Eberhard dann noch ein paar Stunden arbeiten und wir treffen ihn erst später wieder in Downtown. Er nimmt uns mit zu einem Spaziergang entlang des Campbell River. Der Fluss Campbell River ist der Grund, wieso man die Stadt Campell River als Lachs-Hauptstadt bezeichnet. Hier wandern sie im Herbst, die Lachse und zwar zu Tausenden. Heute ist der Fluss ruhig, keine Lachse und auch keine Bären die nach Lachsen fischen sind zu sehen. Es ist eben Frühjahr und nicht Herbst. Eines Tages kommen wir wieder, um dieses einzigartige Naturspektakel – die Lachswanderung – zu verfolgen.

Der Campbell River, Vancouver Island

Katze Mitten in Campbell River

Snowshoeing am Mount Washington

Wir genießen die nächsten Tage bei Eberhard, auch die ruhigen. Er hat, im Gegensatz zu uns, natürlich nicht frei. Trotzdem lässt dieser sich einiges einfallen, um uns Campbell River und die Region zu zeigen. Eines der Highlights ist definitiv Snowshoeing. Dazu geht’s ab zum Mount Washington (mit 1585 Metern, um einiges höher als der Mount Douglas in Victoria). Nach einer Stunde sind wir dort und stehen mit den Füßen im Schnee. Klimawandel mal anders. Das Schnee-Schuh-Wandern macht Spaß, die spontanen Schneeball-Schlachten noch mehr.

Katze Mitten in Campbell River am Mount Washington

Um uns wenigsten ein bisschen für Eberhards Gastfreundschaft zu revanchieren, waschen wir die beiden Autos und helfen ihm Müll auf den Dodge Pickup zu laden und das Ganze auf den Müllplatz zu fahren. Ebenso beteiligen wir uns gerne am abendlichen Kochen, besonders natürlich beim Spätzle machen. Die Spätzelespresse ist bereits vorhanden. Liegt daran, dass Eberhard selbst im Ländle geboren wurde und dieses schwäbische Traditionswerkzeug in Kanada eingeschleppt hat. Schmeckt fast wie Zuhause.

Auto waschen, Dodge RAM3000

Wie im Flug vergehen die Tage. Dann ist es auch bereits zeit für uns abzureisen. Die nächste Station auf unserer Vancouver Island Rundreise soll Tofino sein. Also werden die Vorräte aufgefüllt und die Sachen gepackt. Hier geht’s weiter: Vancouver Island Rundreise – Teil II.

Jonas_signature

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